Todtenweis besitzt seit dem 9. Dezember 2005 ein geordnetes Gemeindearchiv und gehört damit zu den bislang wenigen Gemeinden im Landkreis Aichach-Friedberg, die diese Pflichtaufgabe der Gemeinden erfüllt hat.

Das Archiv befindet sich in einem 20 qm großen Raum des Rathauses und die dort eingebauten Regale bieten Platz für 84 laufende Meter Stellfläche. Die Bestände nehmen derzeit 160 Archivkartons ein. Dazu kommt eine umfangreiche Verwaltungsliteratur mit einer Serie von Amtsblättern ab 1900.

Den schriftlichen Überlieferungen der Gemeinde wurde davor wenig Beachtung geschenkt. Wie sich bei den Arbeiten beim Aufbau des Archivs gezeigt hat, ist die Überlieferung überraschend reichhaltig. Seit 1818, dem Entstehungsjahr der Gemeinden als kommunale Gebietskörperschaften, sind diese verpflichtet, schriftliche Unterlagen zu führen. Diese ersten Akten haben sich jedoch nur selten erhalten oder wurden vermutlich auch nicht überall zuverlässig geführt.

In Todtenweis hat sich als älteste Archivalie ein Amtsbuch aus dem Jahr 1826 erhalten. Es handelt sich um ein "Zehent- Beschreibungs-, Umlags- und Einnahmeregister für die Ortschaft Todtenweis". Weitere erwähnenswerte Dokumente sind das Rechnungsbuch der Landgemeinde Todtenweis für das Etatjahr 1858/1859, mit dem wir den ältesten Beleg für geordnete Kassengeschäfte haben. Ein für die Geschichte des Ortes und der Heimatforschung äußerst wichtiges Buch ist das sogenannte Gemeindebuch. Es ist in Todtenweis mit dem Titel: "Gemeindebuch über Inventarium, Concurrenzrolle, Register, Formulare, Dienstbotenverzeichnis, In- und Beisassen, Mieth und Inleute, angefangen 1858", erhalten. Aus dem 19. Jahrhundert haben sich auch Akten zum Hochwasserdamm am Lech oder zum Ausbau von Bächen und Brücken erhalten. Dokumente von 1866 bis 1921 belegen auch einen Rechtsstreit um das sogenannte "Aindlinger Lechfeld", bei dem es um die Schafweidenutzung im Lechfeld durch den Markt Aindling geht. Wählerlisten finden sich ab 1873, Gemeindevisitationen ab 1876, die Wehrerfassung ab 1877, Feuerbeschauprotokolle ab 1874, Tanzmusik ab 1876, Verleihung des Heimatrechts ab 1884, Schulkasse ab 1859, Jagdverpachtung ab 1866, Straßen- und Wegeverhältnisse ab 1894.
Zum 01. Oktober 2008 nahm der vom Gemeinderat als Gemeindearchivar berufene Franz Riß seine Arbeit auf. Das Archiv wird seit dieser Zeit Zug um Zug erweitert.
So wurde damit begonnen, die im Rahmen der Erstellung des Heimatbuches gesammelten Bilder in ein Bilderarchiv zu überführen und ein eigene CD/DVD Sammlung mit digitalisierten Bildern und Filmen einzurichten. Außerdem wurden alle bisher erschienen Pfarrbriefe der Pfarrei Todtenweis erfasst und in die ebenfalls im Aufbau befindliche Amtsbücherei eingegliedert.

Eine genaue Bestandsübersicht über sämtliche Archivalien kann einem Findbuch entnommen werden, das in gedruckter Form im Gemeindearchiv vorliegt. Dieses Findbuch wurde mit der PC-Software Excel erstellt und somit ist auch eine komfortable Suche über einen im Gemeinde-Archiv befindlichen Laptop möglich.
Die Benützung des Archivs im Beisein des Gemeindearchivars steht grundsätzlich jedem Besucher zu, muss aber vorher beim Bürgermeister angemeldet werden.
Das Gemeindearchiv, alles in bester Ordnung.